"Die Sprache der Gewinner"

Süddeutsche Zeitung

Zehn Jahre lang lief Bozidar Miksa in Managertracht herum: grauer oder blauer Zweireiher, mal mit Weste, mal mit Fliege. Zehn Jahre lang sprach der Diplom-Kaufmann die typische Managersprache mit dem einstudierten Brustton der Überzeugung: mal knallharte Ansage, mal sanftes Motivationsgesäusel, stets angereichert mit dem aktuellen Repertoire klug klingender Wirtschaftsvokabeln. Zehn Jahre lang war er Key Account Manager in der Softwarebranche. Fast klingt es wie eine Entschuldigung, wenn der 36-Jährige sagt: "Um in diesen Kreisen akzeptiert zu werden und für eine ordentliche Einkaufsstimmung zu sorgen, musste ich so auftreten." Viel lieber allerdings organisierte er Partys und sorgte als Diskjockey für Stimmung. Tausende von Platten und CDs hat er im Fundus.

Lounge Music, Funk & Soul, House, Salsa, Merengue - die Musik hatte ihn seit seiner Jugend fest im Griff. Doch dafür hatte er zehn Jahre lang nur samstags und sonntags ein Ohr. Im Sommer 2003 stand ihm seine Großkundenbetreuer-Existenz nach einer erneuten Standortschließung bis obenhin. "Ich hatte die Nase voll", sagt Bozidar Miksa. Nie mehr größenwahnsinnigen Start-up-Unternehmern dienen, nie mehr deren Fehler ausbaden müssen. Miksa ließ das Arbeitslosengeld in ein Überbrückungsgeld umwandeln und wurde sein eigener Chef.  "Mit meiner Leidenschaft für Musik und Events wollte ich mir eine neue Existenz aufbauen", sagt er. "Aber da war natürlich die Frage: Wie verdiene ich mein Geld? Wie schaffe ich es, als Newcomer mit einem Eventservice in einem hart umkämpften Markt Fuß zu fassen und mich darin auch zu behaupten? Und vor allem: wie hebe ich mich von der Masse ab?"

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